Funkkurs — UBI: Revierfunk & Nautische Information
Modul des Funkzeugnis-Kurs SRC & UBI. Wie der Revierfunk im Binnenschifffahrtsfunk funktioniert: Revierzentralen, Reviereinteilung, wo man die Kanäle findet, und wie man die Revierzentrale ruft.
Worum geht's
Der Revierfunk ist der Verkehrskreis Nautische Information (Schiff ↔ Land). Über ihn sprichst du mit den Revierzentralen / Verkehrsposten, die den Verkehr auf der Wasserstraße betreuen. → Verkehrskreise allgemein: Funkkurs — UBI Binnenfunk.
1. Was ist Revierfunk?
- Der Binnenschifffahrtsfunk arbeitet im Bereich 156,025–162,025 MHz.
- Revierfunk = Verkehrskreis „Nautische Information”: Funkverkehr zwischen Schiff und Land — konkret mit den Revierzentralen und Verkehrsposten (Schleusen, Brücken, Verkehrslenkung).
- Zweck: Verkehrslenkung, aktuelle Informationen, Sicherheit auf der Wasserstraße.
2. Die Revierzentralen (Deutschland)
Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) betreibt fünf Revierzentralen, die rund um die Uhr auf den großen Wasserstraßen per UKW mit der Schifffahrt funken:
Die 5 deutschen Revierzentralen
Duisburg · Oberwesel · Minden · Magdeburg · Gösselthal
Was eine Revierzentrale macht:
- Zyklische Durchsagen (in festen Abständen): aktuelle Anordnungen, Wasserstände, Warnungen, Verkehrslage.
- Meldungen der Schifffahrt entgegennehmen (auch Notmeldungen).
- über den Zustand der Wasserstraße informieren (Sperrungen, Hindernisse, Pegel).
- bei Bedarf den Schiffsverkehr lenken/steuern (Verkehrsregelung).
3. Wie die Reviere eingeteilt sind
- Die Wasserstraße ist in Streckenabschnitte unterteilt — jeder Abschnitt ist einer Revierzentrale / einem Verkehrsposten mit eigenem Kanal zugeordnet.
- Beim Befahren wechselt man von Abschnitt zu Abschnitt auf den jeweils zuständigen Revierkanal.
Wo finde ich den richtigen Kanal?
Die zuständige Stelle und ihr Kanal stehen:
- im Handbuch Binnenschifffahrtsfunk (siehe unten) und
- oft direkt auf Schildern/Tafelzeichen am Ufer (z. B. an Schleusen, Brücken, Streckengrenzen).
4. Das Handbuch Binnenschifffahrtsfunk
Das maßgebliche Nachschlagewerk für den Binnenfunk — jährlich neu herausgegeben (von der ZKR/CCNR):
- Allgemeiner Teil — Verfahren, Regeln, Verkehrskreise, ATIS.
- Regionale Teile — die konkreten Kanäle, Revierzentralen und Streckenabschnitte je Wasserstraße (verschiedene Hefte für die europäischen Wasserstraßen).
Fürs Funken an Bord
Immer den regionalen Teil des Reviers dabeihaben (Papier/Elektronisch) — dort steht für jede Strecke der richtige Kanal und die zuständige Revierzentrale. Online u. a. über ELWIS (WSV).
5. Eine Revierzentrale rufen (Beispiel)
→ "Revierzentrale Oberwesel, Revierzentrale Oberwesel –
hier ist Möwe, kommen"
← "Möwe – hier ist Revierzentrale Oberwesel, kommen"
→ "Bitten um aktuelle Wasserstands- und Verkehrsinformation
für die Gebirgsstrecke, kommen"
Praxis
Auf Deutsch funken. Die Revierzentrale rufst du mit voller Leistung (25 W) an (Land-Reichweite), Schiff-Schiff auf Kanal 10 dagegen angepasst. ATIS wird automatisch mitgesendet. Mehr zum Notruf & warum Kanal 16 hier nicht genutzt wird → Funkkurs — UBI Notruf & warum Kanal 16 verboten.
Quellen (recherchiert 06/2026)
- GDWS/WSV — Revierzentralen — https://www.gdws.wsv.bund.de/DE/schifffahrt/02_binnenschifffahrt/revierzentralen/revierzentralen-node.html
- ABVT — Nautischer Informationsfunk (NIF) — https://www.abvt.wsv.de/Webs/WSA/ABVT/DE/NIF/NIF_node.html
- Wikipedia — Binnenschifffahrtsfunk — https://de.wikipedia.org/wiki/Binnenschifffahrtsfunk
- ZKR/CCNR — Handbuch Binnenschifffahrtsfunk (Allgemeiner + Regionaler Teil) — https://www.ccr-zkr.org/
Tags: marine
Superlink: Funkzeugnis-Kurs SRC und UBI
Created: 05/06/26